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IV NATURWISSENSCHAFTEN


Die amtlichen Aufgaben, mit denen Goethe seit 1776 in Weimar konfrontiert wurde, drängten ihn zunächst zur Beschäftigung mit Botanik und Geologie, ehe er sich systematisch eine breite Palette naturwissenschaftlicher Fächer (Anatomie, Physik, Mineralogie, Meteorologie) erarbeitete und zu selbständigen Forschungseinsichten gelangte. Die ursprüngliche Absicht, seine Kenntnisse in einem "Roman über das Weltall" zusammenzufassen, so am 7. Dezember 1781 in einem Brief an Frau von Stein, gab er wieder auf.

Die "Farbenlehre", 1810 veröffentlicht, bildete bei dieser über Jahrzehnte hartnäckig verfolgten Auseinandersetzung mit naturwissenchaftlichen Disziplinen den Mittelpunkt.

Auf mehr als 6000 Seiten entwickelte Goethe in universaler Absicht eine übergreifende Konzeption, die auf natur- und geisteswissenschaftliche Phänomene gleichermaßen zutrifft (Polarität/Steigerung/Wahlverwandtschaften/wiederholte Spiegelung).

Um Goethes Farbexperimente nachvollziehen zu können, wurde dieser Raum in Weiß gehalten.