Kolorierter Kupferstich von Ernst Ferdinand Oehme (1797-1855)
32 x 52 cm
In seinem Schmerz über den Tod des Großherzogs, mit dem ihn eine länger als fünf Jahrzehnte dauernde Freundschaft verbunden hatte, verließ Goethe Weimar und reiste am 7. Juli 1828 nach Dornburg. Hier entstand damals, am 25. August 1828, das Gedicht "Dem aufgehenden Vollmonde". Auch die Neufassung von "Wilhelm Meisters Wanderjahre" gehört zum Ertrag dieses Aufenthalts.
Bey dem schmerzlichsten Zustand des Innern mußte wenigstens meine äußern Sinne schonen [...] Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten, die Traubengeländer sind reichlich behangen, und unter meinem Fenster seh ich einen wohlgediehenen Weinberg, den der Verblichene auf dem ödesten Abhang noch vor drey Jahren anlegen ließ (Goethe an Carl Friedrich Zelter, 10. Juli 1828).
Die drei, hoch über der Saale gelegenen Dornburger Schlösser hatte Goethe schon in früheren Jahren immer wieder aufgesucht. Im März 1779 hatte er dort an der "Iphigenie" gearbeitet, drei Jahre später am Abschluß des "Egmont" und an den Plänen zum "Wilhelm Meister".