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IX,121 

GROSSHERZOG CARL AUGUST VON SACHSEN-WEIMAR-EISENACH (1757-1828)


Miniatur, 1823, von Heinrich Müller (1793-1866) nach dem 1822 entstandenen Ölporträt von Christoph Heinrich Kolbe (1771-1836)
Deckfarben auf Elfenbein
Oval: 4,3 x 3,3 cm

Völlig unerwartet starb der Großherzog am 14. Juni 1828 während einer Rückreise von Berlin in Graditz bei Torgau.



IX,122 

ANSICHT VON DORNBURG


Kolorierter Kupferstich von Ernst Ferdinand Oehme (1797-1855)
32 x 52 cm

In seinem Schmerz über den Tod des Großherzogs, mit dem ihn eine länger als fünf Jahrzehnte dauernde Freundschaft verbunden hatte, verließ Goethe Weimar und reiste am 7. Juli 1828 nach Dornburg. Hier entstand damals, am 25. August 1828, das Gedicht "Dem aufgehenden Vollmonde". Auch die Neufassung von "Wilhelm Meisters Wanderjahre" gehört zum Ertrag dieses Aufenthalts.

Bey dem schmerzlichsten Zustand des Innern mußte wenigstens meine äußern Sinne schonen [...] Die Aussicht ist herrlich und fröhlich, die Blumen blühen in den wohlunterhaltenen Gärten, die Traubengeländer sind reichlich behangen, und unter meinem Fenster seh ich einen wohlgediehenen Weinberg, den der Verblichene auf dem ödesten Abhang noch vor drey Jahren anlegen ließ (Goethe an Carl Friedrich Zelter, 10. Juli 1828).

Die drei, hoch über der Saale gelegenen Dornburger Schlösser hatte Goethe schon in früheren Jahren immer wieder aufgesucht. Im März 1779 hatte er dort an der "Iphigenie" gearbeitet, drei Jahre später am Abschluß des "Egmont" und an den Plänen zum "Wilhelm Meister".



IX,123 

LUISE SEIDLER (1786-1866)


Doppelporträt, um 1824, der Pauline Emilie Henriette (geb. 1806) und der Henriette Eugenie Melanie (geb. 1809) Spiegel von und zu Pickelsheim
Öl auf Leinwand
105,5 x 84,5 cm

Im gleichen Maße, in dem die alten Freunde weniger wurden, sah Goethe sich von einer neuen Generation umgeben, deren Alter fast dem seiner Enkel entsprach. Die beiden Töchter des sachsen-Weimarischen Oberhofmarschalls Carl Emil Freiherrn Spiegel von und zu Pickelsheim und seiner Frau Wilhelmina Emilie geb. Freiin von Rotberg (1787-1870) waren, zusammen mit ihrer Mutter, oft im Goethe-Haus zu Gast. Die Malerin des Bildes, Luise Seidier, erfreute sich der besonderen Fürsorge des Dichters. Sie erhielt mehrmals Stipendien zur Weiterbildung in Dresden, München und Italien. 1824 wurde ihr die Aufsicht und Verwaltung der großherzoglichen Gemäldesammlung übertragen.



IX,124 

DIE WEIMARER HOFGESELLSCHAFT NACH 1828


Souvenir de la Cour de Weimar

Kolorierter Kupferstich von Bernhard von Arnswald (geb. 1807)
26,8 x 20,8 cm einschl. Unterlage, auf der das Blatt montiert ist.

Nach dem Tode Carl Augusts übernahm 1828 dessen ältester Sohn Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach (1783-1853) als Großherzog die Regierung. Seine Gemahlin, Maria Paulowna (1786-1859), war eine Tochter des russischen Zaren Paul I. Sie hatte ein beträchtliches Vermögen mit in die Ehe gebracht. Es war hauptsächlich ihr Verdienst, daß die Bedeutung Weimars im geistigen und kulturellen Leben Deutschlands im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts nach Goethes Tod erhalten blieb.

Das großherzogliche Paar steht, umgeben von der Hofgesellschaft, im Mittelpunkt der Darstellung. Die Unterlage des Blattes trägt eine eigenhändige Bemerkung von Karl Immermann (1796-1840): Der Lieutnant von Arnnswald (wenn ich nicht irre) ist der Verfertiger dieses Blatts. Die Hofleute waren damit sehr unzufrieden, weil sich kleine satirische Züge nicht verkennen laßen, u. wünschten es unterdrückt. Der Großherzog freute sich aber so darüber, daß er die Veröffentlichung befahl.



IX,125 

SCHLOSS BELVEDERE


Deckfarbenmalerei, um 1840, von unbekannter Hand
27,7 x 36 cm

Großherzog Carl August hatte aufgrund seiner botanischen Interessen vor allem die Orangerie des ganz in der Nähe von Weimar gelegenen Schlosses zur Pflanzenaufzucht genutzt. Später diente das Schloß Carl Friedrich und Maria Paulowna als Sommersitz. Die aus St. Petersburg stammende Großherzogin ließ im Park einen "Russischen Garten" anlegen.



MARIENBAD 

IX,126 

ANSICHT VON MARIENBAD


Kolorierter Kupferstich von Ludwig E. Graf Buquoy
33,5 x 47,5 cm (Plattenrand)

Der Badebetrieb im böhmischen Marienbad bestand erst seit 1815. Als Goethe zum ersten Mal 1820 zu einer zweitägigen Besichtigung dorthin kam, verglich er den immer noch im Entstehen begriffenen Ort mit den nordamerikanischen Wäldern, wo man in drei jahren eine Stadt baut (an August von Goethe, 28. April 1820). Dieser Eindruck wird durch die vorliegende Ansicht bestätigt: wenige Häuser, umgeben von dichten Wäldern, unausgebaute Wege, noch keine eleganten Brunnenhäuser und Kuranlagen.



IX,127 

WENZEL JOHANN TOMASCHEK (1774-1850)


Gedichte von Goethe für den Gesang mit Begleitung des Piano-Forte gesetzt von Wenzel J. Tomaschek. Prag bei Marco Berra. [um 1830]

3 Teilsammlungen, welche die Hefte 5, 6, 7, 8 und 9 von insgesamt 9 erschienenen Heften umfassen.

Goethe kannte Tomascheks Kompositionen seit 1818 und stand mit dem tschechischen Komponisten in brieflichem Gedankenaustausch. 1822 lernte er ihn in Eger persönlich kennen. Bei dieser Gelegenheit spielte und sang Tomaschek im Rahmen eines kleinen privaten Konzerts achtzehn von ihm komponierte Lieder nach Goethes Gedichten. Tomaschek gilt als der bedeutendste Vertreter der zeitgenössisehen böhmischen Musik. Eine weitere Begegnung zwischen ihm und Goethe fand im folgenden Jahr in Marienbad statt.



IX,128 

JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749-1832)


Das Blat wo Seine Hand geruht
Die einst der Welt geboten,
Ist herzustellen fromm und gut.
Preis Ihm dem großen Todten!

Eigenhändige Niederschrift seines Vierzeilers mit ebenfalls eigenhändiger Widmung Herrn Baron von Brösigk zu geneigtem Andencken

Eger, 28. August 1822

Das vorliegende Gedicht schrieb Goethe zu einem von Friedrich dem Großen (1712-1786) eigenhändig ausgestellten Patentbrief. Herr von Brösigke hatte das stark beschädigte Blatt Goethe anvertraut, der es ausbessern und - zusammen mit seinem Gedicht - in einer Mappe aufziehen ließ.

Goethe wohnte während seiner drei Marienbader Aufenthalte 1821, 1822 und 1823 im Haus des Herrn von Brösigke. Dort traf er dessen Tochter Amalie von Levetzow (1787-1868) wieder, der er schon 1806 in Karlsbad und 1810 in Teplitz begegnet war. Sie befand sich in Begleitung ihrer drei Töchter Ulrike, Amalie und Berta.



IX,129 
ULRIKE VON LEVETZOW (1804-1899)


Zeitgenössisches koloriertes Gipsrelief von unbekannter Hand
Höhe des Porträts: 13,8 cm

Das Porträtrelief ist neben dem bekannten Pastell das einzige Bildnis der jugendlichen Ulrike. Goethe faßte während seiner drei Aufenthalte in Marienbad eine tiefe Zuneigung zu ihr. 1823 ließ er durch Großherzog Carl August bei der Mutter um Ulrikes Hand anhalten. Das Hinauszögern der Antwort mußte Goethe als Absage werten. Der Abschied von Ulrike stürzte ihn in eine tiefe seelische Krise.


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IX,130 

JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749-1832)


Die Leidenschaft bringt Leiden!

Erstdruck seines 1823 entstandenen Gedichts in: Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Dritter Band. Stuttgart und Tübingen, 1828.

In der ungeklärten Situation seiner Bemühungen um Ulrike von Levetzow fand Goethe Trost in der Musik. Ein Konzert der polnischen Pianistin Maria Szymanowska (1795-1831) rührte ihn zu Tränen. Ihr schrieb er die angeführten Verse ins Stammbuch. Bei der späteren Veröffentlichung gab er dem Gedicht den Titel "Aussöhnung" und faßte es mit den beiden Gedichten "An Werther" und "Elegie" zur Trilogie der Leidenschaft zusammen.



IX,131 

MARIA SZYMANOWSKA (1795-1831)


Lithographie von d' Harlingue nach Josef Oleszkiewicz (1777-1830)
22,5 x 19 cm



IX,132 

STADT UND SCHLOSS ELBOGEN AN DER EGER


Sepialavierte Umrißradierung von Adrian Zingg (1734-1816)
17,2 x 22,6 cm

Nachdem Frau von Levetzow mit ihren Töchtern nach Karlsbad abgereist war, zog es auch Goethe wenige Tage später dorthin. Am 28. August unternahm man einen gemeinsamen Ausflug nach Elbogen und beging Goethes 74. Geburtstag. Es wurde weder über dieses besondere Datum noch über die Brautwerbung gesprochen. Goethe schlug die Bezeichnung Tag des öffentlichen Geheimnisses vor.



IX,133 

JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749-1832)


Was soll ich nun vom Wiedersehen hoffen
Von dieses Tages noch geschlossner Blüte?

Faksimile der Reinschrift der "Marienbader Elegie": Elegie September 1823. [...] Herausgegeben von Bernhard Suphan. Weimar. Verlag der Goethe-Gesellschaft. 1900. (Schriften der Goethe-Gesellschaft. Bd. 15)

Am 5. September 1823 verließ Goethe Karlsbad. Es war sein letzter Aufenthalt dort und in Böhmen überhaupt. Noch im Reisewagen begann er, die "Elegie" zu dichten, deren vollendete Reinschrift am 19. September vorlag. Entsprechend seiner oftmals bewährten Einstellung, sich durch das Dichten von persönlichen Erlebnissen, insbesondere von Schmerz und Verzweiflung zu befreien, stellte er der Elegie ein Zitat aus seinem frühen Drama "Torquato Tasso" voran:

Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt
Gab mir ein Gott zu sagen was ich leide.

Der Erstdruck der "Marienbader Elegie" befindet sich im 3. Band der "Ausgabe letzter Hand" von 1828.



GOETHES LETZTE LEBENSJAHRE 

IX,134 

JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749-1832)


Porträtrelief von David d'Angers (1788-1856)
Bronze
22,5 cm ø

Der französische Bildhauer Pierre-Jean David d'Angers kam im August 1829 mit der Absicht nach Weimar, Goethe zu porträtieren. Nachdem das erste Ergebnis Goethe offenbar nicht zufriedenstellte, versuchten er und Johann Heinrich Meyer vorsichtig, dem Künstler ihre eigenen Vorstellungen nahezubringen. David begann am 6. September mit seiner Arbeit und reiste am 9. September wieder ab. Von seinem Porträtrelief, das der ebenfalls von David geschaffenen kolossalen Goethe-Büste entspricht, gibt es verschiedene Varianten.



IX,135 

GOETHE IN SEINEM ARBEITSZIMMER, SEINEM SCHREIBER JOHN DIKTIEREND


Aquarell von unbekannter Hand nach dem 1831 entstandenen Ölgemälde von Johann Joseph Schmeller (17941841), auf Pappe aufgezogen 50,7 x 43,8 cm

Schmeller hatte im November 1828 ein Porträt Goethes in Kreide gezeichnet. Mit Hilfe der dazu entstandenen Skizzen führte er die vorliegende Darstellung aus. Bei seiner umfangreichen Korrespondenz, aber auch zu anderweitigen Niederschriften, bediente sich Goethe häufig eines Schreibers. Schmeller hat in diesem Falle Johann August Friedrich John (1794-1854), der seit dem Spätherbst 1814 in des Dichters Diensten stand, als Rückenfigur mit ins Bild genommen.

Goethe nahm die verschiedenen Schreiber auch auf seinen größeren Reisen oder zu längeren Aufenthalten in Dornburg oder Jena mit. Das Bild zeigt Goethe in der für ihn typischen Haltung. Das Umhergehen beim Diktieren empfand er als Anregung und Unterstützung zu höchster Konzentration auf das gesprochene Wort.



IX,136 

GOETHE'S WERKE VOLLSTÄNDIGE AUSGABE LETZTER HAND.


Die "Ausgabe letzter Hand" erschien in 40 Bänden bei Johann Georg Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1827-1830. Sie wurde postum 1832-1842 mit nachgelassenen Werken Goethes fortgesetzt und auf 60 Bände erweitert. Christian Theodor Musculus (1799-1844) veröffentlichte 1835 ein Register dazu. Goethe verband mit der Herausgabe dieser umfassenden und von ihm selbst autorisierten Ausgabe seiner sämtlichen Werke die Absicht, die materielle Situation seiner Enkel und seiner Schwiegertochter nach seinem Tode zu sichern.

Ausgestellt ist der 50. Band, erschienen 1833, aus dem Besitz Arthur Schopenhauers (1788-1860) und mit dessen handschriftlichen Anmerkungen versehen.



IX,137 

GOETHES VERTRAG MIT ECKERMANN


über die Herausgabe seines dichterischen Nachlasses

Schriftstück mit eigenhändigem Nachsatz, Datierung und Unterschrift sowie mit eigenhändiger Unterschrift von Johann Peter Eckermann (1792-1854)

Weimar, 18. Mai 1831

Es folgt eine eigenhändige Nachschrift Goethes: Heute ward der Schlüssel des Kästchens No. 1 an Dr. Eckermann übergeben. Weimar d. 10. Juni 1831.

Das Kästchen enthielt das versiegelte Faust-Manuskript. Goethe bezeichnete im hohen Alter "Faust" und "Wilhelm Meister" als sein Hauptgeschäft oder den Hauptzweck. Daß er sich noch bis kurz vor seinem Tod mit dem "Faust" beschäftigt hat, bezeugt das vorliegende Dokument, sofern es vermerkt, daß das schon verschlossene Behältnis mehrfach wieder geöffnet wurde. Mein ferneres Leben, sagte Goethe am 6. Juni 1831 zu Eckermann, kann ich nunmehr als ein reines Geschenk ansehen, und es ist jetzt im Grunde ganz einerley, ob und was ich noch etwa thue. "Faust. Der Tragödie zweiter Teil" erschien erst 1832 nach Goethes Tod im 41. Band der "Ausgabe letzter Hand", d.h. im 1. Band der "Nachgelassenen Werke".



IX,138 

JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749-1832)


Porträt, 1832, von Carl August Schwerdgeburth (17851878)
Kupferstich
24,5 x 20,2 cm

Der Goethe seit langem bekannte Weimarer Künstler Carl August Schwerdgeburth hatte Mitte Januar 1832 eine Porträtzeichnung Goethes vollendet, die dem Dichter so gefiel, daß er erlaubte, sie als Kupferstich zu vervielfältigen. Das Blatt wurde zum letzten Bildnis Goethes nach dem Leben. Die Vollendung des Stiches erlebte Goethe nicht mehr.



IX,139 

GOETHES GEDICHTAUSGABE FÜR DORIS ZELTER


Goethe's Gedichte. Erster-Zweyter Theil. Neue Auflage. Stuttgart und Tübingen, in der J. G. Cotta´schen Buchhandlung. 1829.

Doris Zelter (1792-1852), die Tochter seines Freundes, des Berliner Komponisten Carl Friedrich Zelter (1758-1832), war eine der letzten Besucherinnen Goethes. Sie hielt sich Anfang 1832 für einige Wochen im Goethe-Haus auf, um -wie Goethe und Zelter vereinbart hatten - Goethes Briefwechsel mit Zelter dergestalt zu ordnen, daß sie Goethes Briefe an ihren Vater im Original in die Folge der Zelter Briefe an Goethe einordnete. Als Dank für diese Arbeit schenkte Goethe ihr die neueste Ausgabe seiner Gedichte und versah sie mit seiner eigenhändigen Widmung: Fräulein Doris Zelter zu freundlichem Erinnern an die ersten Wochen von 1832 Weimar. J. W. Goethe.



IX,140 

GOETHES "AGENDA" VOM JANUAR 1832


Teilweise eigenhändige Niederschrift

Mit Agenda" bezeichnete Goethe ein Merkblatt für zu erledigende Angelegenheiten, die er zu unterteilen pflegte in Oberaufsichtliches, d.h. amtliche Geschäfte, und Privates. Meist hatte der Schreiber die Stichworte niederzuschreiben, oft aber machte sich Goethe auch eigene Notizen. Die Dinge, die erledigt waren, wurden gestrichen. Unter den verschiedenen Notizen sei auf die dreimal variierend auftauchende Bemerkung Doris Bändchen, Doris Gast. und Doris Gastgesch[enk] hingewiesen, mit der Goethe sich immer wieder in Erinnerung rief, daß er seiner Besucherin, Doris Zelter, die Ausgabe seiner Gedichte als Zeichen seines Dankes für ihre geleistete Hilfe überreichen wollte. - Das Blatt ist zugleich ein bewegendes menschliches Zeugnis, sieht man doch aus den einzelnen nicht durchgestrichenen Stichworten, daß der Tod Goethe, wenn auch in hohem Alter, mitten aus der Arbeit riß und manches als unerledigt zurückbleiben mußte.



IX,141 

CLEMENS WENZESLAUS COUDRAY (1775-1845)


Wachsrelief von Friedrich Adolph Leonhard Straube (1810-1839)
9,8 cm ø

Coudray hatte Architektur studiert und wurde von Goethe 1815 als Oberbaudirektor nach Weimar berufen Er leitete den Straßenbau sowie den Wiederaufbau mehrerer abgebrannter Dörfer und gründete eine weithin selbständige Behörde zur Vollendung des Schloßbaus. Außerdem war er zuständig für die Denkmalpflege, die Umgestaltung des Parks und den Bau der Fürstengruft, Coudray war beim Tode Goethes anwesend. Er betreute die Aufbahrung und Beisetzung wie schon beim Tode des Großherzogs Carl August 1828.



IX,142 

FRIEDRICH PRELLER d. Ä. (1804-1878)


Goethe auf dem Totenbett

Bleistiftzeichnung, entstanden am Tag der Beisetzung, dem 26. März 1832, bezeichnet: W. v. Göthe FP n.d. Natur gez. 1832
20,6 x 17,7 cm

Original des später in einer zweiten Fassung und mehreren eigenhändigen Wiederholungen bekanntgewordenen Motivs.

Goethe starb am 22. März 1832 gegen 12 Uhr mittags. Preller war der einzige Künstler, der von den Familienangehörigen Goethes die Erlaubnis erhielt, den Dichter im Tode zu zeichnen. Die Darstellung ist umso wertvoller, als es von Goethe keine Totenmaske gibt. Seinem Versprechen getreu, hat Preller sich zeit seines Lebens an die Abmachung gebunden gefühlt, keine graphischen Reproduktionen des letzten Goethe-Bildnisses herauszugeben. Lediglich die zweite, stark idealisierte Fassung, die mit Hilfe des Storchenschnabels nach dem Original entstand, schickte der Maler an wenige enge Freunde. Der Vergleich zwischen diesen und der Originalzeichnung macht die erheblich größere Authentizität und künstlerische Qualität der ersten Fassung deutlich. Das Original wurde erst 1947 wiederentdeckt.