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VII,1 
  
FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


Dora Stock (1759-1832) zugeschriebene zeitgenössische Kopie des 1786 von Anton Graff (1736-1813) gemalten Bildnisses.
Öl auf Leinwand
Oval: 70,5 x 55,5 cm


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VII,2 
  

FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


Büste, 1794, von Johann Heinrich Dannecker (1758-1841)

Alter Gipsabguß der Marmorausführung in der Stiftung Weimarer Klassik, Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Höhe: 80 cm



VII,3 
  

CHARLOTTE VON LENGEFELD (1766-1826)


an Friedrich Schiller'(1759-1805) o.O.u.D. [Rudolstadt, September 1788]

Eigenhändiges Billett aus der Verlobungszeit

Guten Morgen wie geht es Ihnen heute? Sie sind doch wohl, sind Sies nicht so möchte ich gern freundschaftlich an die Medicin erinnern, denn Sie sollen immer wohl sein wünsche ich. Mir liegt ein Schnupfen im Kopfe, der aber gar heilsam ist zuweilen u. kommt er nicht ärger so klage ich aber nicht. Adieu, lassen Sie uns wissen was sie machen l Freund. Meine Schwester [Caroline von Wolzogen, 1763-1847] bittet um den Plutarch. L.

Charlotte von Lengefeld heiratete Schiller am 22. Februar 1790.



VII,4 
  

FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


an Charlotte von Lengefeld (1766-1826)
o.0. u.D. [Rudolstadt, September 1788]

Eigenhändiges Antwortbillett

Dank Ihnen, daß Sie sich meiner erinnern. Ich habe ziemlich gut geschlafen, das übrige ist wie gestern; aber meine Seele ist so still und meine Laune so leidlich heiter, daß ich mir diese ruhige Stimmung durch ein Vomitiv [Brechmittel] nicht vorsetzlich zerstören mag. Ich will die Natur so machen lassen und es abwarten. Jezt werde ich mich ein bischen in Ihrem Garten umsehen und der Sonne genießen. Suchen Sie aber ihren Schnupfen los zu werden.
Hier ist der Plutarch. Leben Sie recht wohl. S.



VII,5 
  

FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? Eine Akademische Antrittsrede bey Eröffnung seiner Vorlesungen gehalten von Friedrich Schiller, Professor der Geschichte in Jena. Jena, in der Akademischen Buchhandlung. 1789.

Im Dezember 1788 wurde Schiller als Professor der Geschichte, zunächst unbesoldet, an die Universität Jena berufen. Im Mai 1789 trat er sein Amt mit der vielbeachteten Vorlesung an. Am 3. Dezember desselben Jahres siedelte er nach Weimar über, um öfter mit Goethe zusammensein zu können.



VII,6 
  
FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


Ankündigung seiner Zeitschrift "Die Horen" Jena, 13. Juni 1794

Einblattdruck mit eigenhändigen Einfügungen Schillers

Die von Schiller geplante Zeitschrift erhielt ihren Titel nach den griechischen Göttinnen der Jahreszeiten. Sie wurde zu einem der Anknüpfungspunkte zwischen Schiller und Goethe. Schiller verschickte diese Einladung, an der auch Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) und Wilhelm von Humboldt (1767-1835) mitarbeiteten, an bekannte Schriftsteller und Wissenschaftler wie z. B. Klopstock, Kant, Herder und Gotter, um sie zur Mitarbeit aufzufordern. Die Zeitschrift erschien 1795-1797 bei Johann Friedrich von Cotta (1764-1832) in Stuttgart. Von Goethe erschienen darin als Erstdrucke in Fortsetzungen die "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten", das "Mährchen", die römischen "Elegien" und "Benvenuto Cellini". Ebenso wie die von Goethe 1798-1800 herausgegebene Zeitschrift "Propyläen", an der seinerseits Schiller mitarbeitete, verbreiteten "Die Horen" die Kunst- und Bildungsideale der deutschen Klassik. Im Zusammenhang der geplanten Mitarbeit an der Zeitschrift beginnt im Sommer 1794 die intensive Freundschaft zwischen Schiller und Goethe.


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VII,7 
  

FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


Musen-Almanach für das Jahr 1797.
herausgegeben von Schiller. Tübingen, in der J. G. Cottaischen Buchhandlung.

Der von Schiller herausgegebene Musenalmanach erschien 1796-1800. Er enthält eine Anzahl kleinerer Werke Goethes im Erstdruck. 1797 veröffentlichten beide Dichter darin ihre "Xenien" ("Xenien-Almanach"), 1798 ihre Balladen ("Balladen-Almanach"). Dem 1. Jahrgang vorangestellt ist ein Titelkupfer von Johann Friedrich Boldt (1769-1836), das Terpsichore, die Muse des Tanzes und des Chorgesangs, darstellt. Der Musenalmanach war seit der Mitte des 18. Jahrhunderts ein beliebtes belletristisches Publikationsorgan, in dem viele Erstveröffentlichungen, vorwiegend Lyrik, erschienen. Oft wurden Vertonungen der Gedichte durch bekannte Komponisten wie Zelter, Reichardt oder Zumsteeg mitgeliefert. So enthält auch das vorliegende Bändchen 16 Seiten Notenbeilagen.



VII,8 
  

FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


an Johann Friedrich Reichardt (1752-1814)
Jena, 10. Juli 1795

Eigenhändiger Brief

[...] nehme ich mir die Freyheit Ihnen einige Stücke von GehRath Göthe zuzusenden, und werde, wenn Sie es erlauben in einigen Wochen noch einige Lieder von mir selbst nachfolgen lassen. Wie sehr es mein Interesse ist, daß Sie, mein vortrefflicher Freund, die Music zu meinem Almanach geben, brauche ich Ihnen nicht zu sagen.

Der "Musen-Almanach für das Jahr 1796" brachte 23 Gedichte von Schiller und 8 von Goethe mit 8 Kompositionen Reichardts, darunter Schillers Gedichte "Die Macht des Gesanges" und "Die Würde der Frauen".



VII,9 
  

FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


an Friedrich Justin Bertuch (1747-1822)
Jena, 18. November 1796

Eigenhändiger Brief

Der Brief begleitete eine Sendung von Papieren und eine Kupferplatte, die für die Vorzugsausgabe des Musenalmanachs 1797 bestimmt waren. Schiller kümmerte sich persönlich um die technischen Details des Druckes, weil die Vorzugsausgabe besonders teuer war.



VII,10 
  

FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


2 Fragmente eines eigenhändigen Verzeichnisses von Dramentiteln für die Weimarer Bühne [vor 1800]

Schillers Bearbeitung von "Makbeth" (Nr. 7), hier mit Schillers Bemerkung umzuarbeiten versehen, wurde am 14. Mai 1800 in Weimar uraufgeführt; "König Lear" (Nr. 18) wurde am 30. Oktober desselben Jahres gegeben. Das Verzeichnis entstand demnach vor 1800.

Obwohl Schillers Witwe sich bemühte, die von ihrem Mann hinterlassenen Papiere zu bewahren, verschenkte sie doch immer wieder kleine Autographen an Freunde und Besucher. Größere Blätter wurden zu diesem Zweck in schmale Streifen zerschnitten. So geschah es auch in diesem Fall. An der fortlaufenden Numerierung erkennt man, daß der mittlere Teil (Nrn. 13-17) heute noch fehlt. Das untere Fragment stammt aus dem Besitz der polnischen Klaviervirtuosin Maria Szymanowska (1795-1831), die sich am 8. Februar 1829 mit der Bitte um ein kleines Stück der Handschrift Schillers an den Weimarischen Kanzler von Müller gewandt hatte. Eigenhändig notierte sie am unteren Rand des Blattes Ecriture de Fr. Schiller.



VII,11 
  
FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


Eigenhändiges Fragment aus der 1. Szene des 3. Aktes von Schillers "Phädra"-Übersetzung nach Jean Baptiste Racine (1639-1699)
[Dez. 1804/Jan. 1805]

Der Erstdruck der "Phädra" erschien 1805 bei Cotta in Tübingen. Am 30. Januar desselben Jahres hatte die Uraufführung in Weimar stattgefunden. Johann Nepomuk Hummel, seit 1819 als Kapellmeister in Weimar tätig, erhielt das "Phädra"-Fragment für seine Autographensammlung und vermerkte auf der Vorderseite des Blattes: Schillers Handschrift


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VII,12 
  
FRIEDRICH SCHILLER (1759-1805)


an Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) [Weimar, März 1804]

Eigenhändiger Brief

Der Brief ist unmittelbar vor der Weimarer Erstaufführung des "Wilhelm Tell" geschrieben. Schiller schickt Goethe noch eine letzte erbetene Änderung. Wenn Sie nichts zu erinnern finden, so senden Sie mir das Blatt zurück, daß ich in den Rollen, das nöthige sogleich für die heutige Probe abändern kann. S. - Mit Echtheitsbestätigung von Goethes Hand aus dem Jahre 1827.


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VII,13 
  

SCHILLERS HAUS IN WEIMAR


Kolorierte Lithographie von E. Lobe
16 x 20,2 cm

1802 erwarb Schiller das Haus des Engländers Mellish an der Esplanade, der heutigen Schillerstraße, in Weimar. Hier schrieb er seine letzten Dramen, "Die Braut von Messina", "Wilhelm Tell" und "Demetrius", der unvollendet blieb. Am 1. Mai traf Goethe den Freund, der ins Theater wollte, zum letzten Mal: Ein Mißbehagen hinderte mich, ihn zu begleiten, und so schieden wir vor seiner Haustüre, um uns niemals wiederzusehen ("Annalen", 1805). Schiller starb am 9. Mai 1805.



VII,14 
  

GOETHE-SCHILLER-DENKMAL IN WEIMAR


von Ernst Rietschel (1804-1861) Miniaturausführung des 19. Jahrhunderts
Terrakotta mit Ölfarbenanstrich
Höhe einschl. Sockel: 58 cm

Das Denkmal, das vor dem Weimarer Theater steht, wurde am 3. September 1857, dem 82. Jahrestag der Regierungsübernahme durch Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, enthüllt.



HERDER UND WIELAND 
  

VII,15 
  
JOHANN GOTTFRIED HERDER (1744-1803)


Porträt von Friedrich Georg Weitsch (1758-1828)
Öl auf Leinwand
80 x 64,5 cm

1776 hatte Herder den auf Goethes Anregung hin ergangenen Ruf als Generalsuperintendent nach Weimar angenommen. Auf Grund von persönlichen Ressentiments Herders kam es seit 1782 zu einer sich steigernden Entfremdung, die ein Jahr später durch Goethes Entgegenkommen für ein Jahrzehnt behoben wurde. Viele Briefe Goethes aus Italien sind an Herder gerichtet, u.a. sandte er ihm auch die in Verse umgearbeitete Handschrift der "Iphigenie". Vor und während Goethes römischem Aufenthalt betreute Herder die Ausgabe der "Schriften" bei Göschen. Umgekehrt sorgte Goethe während Herders Italienreise für dessen Familie. 1795 kam es über Geldforderungen Herders an Herzog Carl August zum Bruch mit Goethe, weil Herder glaubte, Goethe vertrete die Partei des Herzogs, indessen Goethe nur zu vermitteln suchte. Herder starb 1803 in Weimar.


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VII,16 
  

GEHALTSQUITTUNG FÜR HERDER


mit dessen eigenhändiger Unterschrift über 200 Taler Besoldung pro Quartal.

Weimar, 27. September 1790



VII,17 
  

JOHANN GOTTFRIED HERDER (1744-1803)


Eigenhändige Niederschriften seiner Gedichte Der bekränzte Amor, Euphorions Grab und Das Vergängliche
o.0. u.D.



VII,18 
  

TAUFBESCHEINIGUNG


mit eigenhändiger Unterschrift von Johann Gottfried Herder als Generalsuperintendent

Weimar, 11. April 1794

Das geistliche Amt brachte Herder wenig Befriedigung. Die evangelische Geistlichkeit des Landes sah in ihrem Vorgesetzten einen Freigeist. Die innerkirchliche Verwaltung arbeitete nur schwerfällig. Die von Herder angestrebte Reform des Schulwesens scheiterte an den fehlenden finanziellen Mitteln. Alle diese täglichen Schwierigkeiten zehrten an Herders Gesundheit und schriftstellerischer Produktivität. Im letzten Lebensjahrzehnt erschienen die "Briefe zur Beförderung der Humanität" (1793-1797) und das Spätwerk "Adrastea" (1801-1803), mit dem Herder seine "Ideen zur Philosphie der Geschichte der Menschheit" in Form einer Zeitschrift weiterführte.



VII,19 
  

JOHANN GOTTFRIED HERDER(1744-1803)


Amtliche Verfügung als Oberkonsistorialpräsident zur Feuerversicherung für die geistlichen Gebäude.

Weimar, 15. Juli 1794

Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift



VII,20 
  

KARL LUDWIG VON KNEBEL (1744-1834)


Sechsseitiger Abdruck des Gedichts
Herder ist todt.
Den 18. Dezember 1803