18. September bis 30. Oktober 2005

Goethe, Gneis und Granit

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Harzlandschaft am Oberlauf der Oker oder Bode
Bleistift- und Kreidezeichnung, laviert und mit Weiß gehöht, 1784


Die Ausstellung "Goethe, Gneis und Granit" zeigt einmal einen ganz anderen Goethe, der auch gern an den Wurzeln der Entstehung der Erde rührte und einen großen Bogen zieht bis hin zum Menschen mit seinen vielseitigen Charakterfiguren. Vom Granit durch die ganze Schöpfung durch, bis zu den Weibern, alles hat beigetragen, mir den Aufenthalt angenehm und interessant zu machen, schwärmt Goethe in Karlsbad.

Die Besucher der Ausstellung sollen Gneis und Granit in eigenen Händen halten und kennenlernen. Sie werden von der heutigen Gedankenwelt der Entstehung dieser Gesteine in die Denkwelt der Goethezeit zurückgeführt, in eine Zeit, in der man sich langsam von der Doktrin der Sintflut losriß. Sie führt hinein in eine bewegte Auseinandersetzung um die Entstehung der Erde und ihrer Gesteine. Inmitten dieser Welt steht Goethe mit seiner eigenen unerschütterlich verfochtenen Ansicht. Diese erscheint uns wissenschaftlich antiquiert, weshalb Goethe von späteren und heutigen Geologen noch immer kritisch beurteilt wird.

Im Einführungsvortrag am 18. September 2005, 11 Uhr (Goethe-Museum) soll gezeigt werden, daß die naturwissenschaftliche Fachwelt die Forschungsidee Goethes, einen historischen Bogen vom Ursprung der Erde zum Menschen hin zu ziehen, mißversteht und verkennt, weil sie Goethe an unserern gegenwärtigen Forschungsmethoden mißt. Goethes geologische Forschung wird sehr kritisch beleuchtet, allerdings unter dem Aspekt seines klar von ihm gesteckten Ziels. Dabei wird appelliert, von Goethes Forschungsideen zu lernen, weil sie letztlich zeitlos sind und unserer modernen naturwissenschaftlichen Forschung einen guten Impuls zu tiefergehender Sichtweise zu geben vermögen.

Wolfgang Schirmer


Die Ausstellung "Goethe, Gneis und Granit" (ca. 120 Objekte) gliedert sich in folgende Themenschwerpunkte:

Harz I - Schicksalsbefragung 1777

Harz II - Reise in Begleitung eines Kindes

Harz III - Geologie und Zeichnen 1784

Handstücke: Svaneke-Granit (Bornholm) - Quarzporphyr - Granulit - Grauwacke

Ein Leben mit der Geologie

Fichtelgebirge - Märchenhafte Luisenburg

Karlsbad - Imagetransfer

Karlsbad - Modebad und Studienort

Literatur - ... in verbis, herbis et lapidibus

Schweiz - Felsklüfte, Schluchten und Schneebrücken

Sizilien - Das schönste Vorgebirge der Welt

Gesteine als Schaustücke (ehemalige Sammlung der Abteilung Geologie an der Heinrich-Heine-Universität): Granit (Epprechtstein) - Granit (Epprechtstein), geschliffen - Granit (Elsässer Belchen) -  Granit-Wollsack  - Hämatit (Eisenglanz)-Quarz-Gang - Muskowit-Biotit-Gneis - Anatexit - Basaltsäule - Sulfiderz mit Pyrit


Informationen zur Ausstellung:

Eröffnung:                Sonntag, 18. September 2005, 11 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Schirmer über

Goethes geologische Denkweise (Mit Lichtbildern)

Öffentliche Führungen:       Sonntag, 2. Oktober 2005, 11 Uhr und

Sonntag, 16. Oktober 2005, 11 Uhr

(Heike Spies, Kustodin)

Finissage:                 Sonntag, 30. Oktober 2005, 11 Uhr

Vortrag von Dieter Pothmann über Goethe, Keferstein und die Kartographie

Publikation:       Wolfgang Schirmer, Heike Spies: "Goethe, Gneis und Granit". Hrsg. von Volkmar Hansen, Düsseldorf 2005.              

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