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Mit einem Damaskus-Erlebnis ist Johannes Falk in die Geschichte eingegangen, folgenreichen Erlebnissen in den bewaffneten Konflikten, die Weimar 1813 erschüttern, als Napoleon bis zur endgültigen Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. Oktober versucht, die Herrschaft über den Kontinent wiederzugewinnen. Falks Schilderungen des Grauens von lange Zeit wechselnden Kampferfolgen zwischen Preußen und Franzosen, Einquartierungen, Plünderungen, Kontributionen, Hunger faßt er zusammen mit: „Ein so scheußliches, menschen‑quälerisches Ungeheuer ist der Krieg". Er selbst verliert die vier jüngeren von seinen sieben Kindern durch eine Seuche. Die Arbeit für die verwilderte, bettelnde Jugend stellt er danach in den Mittelpunkt seines Lebens und, zusammen mit dem Stadtprediger von St. Peter und Paul, stiftet er eine Gesellschaft der Freunde in der Notiz, die europäische, besonders englische Resonanz findet. Er legt damit den Grundstein für eine moderne Sozialpolitik, die aus christlichem Geist in solche Institutionen wie das „Rauhe Haus" von Johann Heinrich Wichern (1808-1881) in Hamburg und die Diakonie einmündet. Falk gibt volkserzieherische Reformen vor, die Goethezeit und Biedermeier miteinander verbinden. Geboren wird Falk am 28. Oktober 1768, dies allgemein akzeptierte Datum wird neuerdings durch einen Taufbucheintrag auf den 26. problematisch, im lutherisch geprägten Danzig als Sohn eines Perückenmachers und einer Mutter, die an der reformierten Kirche Calvins orientiert ist. Früh fällt bei dem Jungen, der bald im Handwerk seines Vaters beschäftigt wird, die geistige Neugier und Begabung auf, sodaß er in der reformierten Petri-Schule (1784-1786) und dem Akademischen Gymnasium (1786-1791) höhere Bildung erfährt, das Violinspiel erlernt und dadurch an katholischen Messen beteiligt werden kann. Wesentlichen Einfluß nimmt der 1736 geborene Gemeindepfarrer Samuel Ludwig Majewski auf ihn, dessen bibelkritischer Geist sich mit einem vernunftgemäßen Glauben, der Wunder befragen kann, aber nicht vollständig ablehnt, gut verträgt. Die Aufzeichnungen Unterhaltungen mit Pastor Majewski geben ein lebendiges Bild von dein Entwicklungsprozeß, zu dem neben dem Sprachenlernen von Griechisch, Latein, Französisch sogar Englisch gehört, die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Literatur von Wieland, Hagedorn, Gellen, Goethe, später Lichtenberg, Schiller, Knigge und Swift beginnt. Von ersten poetischen Versuchen, dem Alten Schiffslied von der Ostsee, gehen Strophen in das Evangelische Gesangbuch ein. |
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