Goethe selbst konsultierte Ärzte der praktischen Schulmedizin, so z.B. Georg Christian Reichel (1717-1771) in Leipzig, in Frankfurt auf Empfehlung von Susanna Katharina von Klettenberg den Arzt Johann Friedrich Metz (1721-1782), in Weimar Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836), den Jenaer Professor der Medizin Johann Christian Stark (1753-1811), den herzoglichen Leibarzt Wilhelm Rehbein (1776-1825) und Carl Vogel (1798-1864), der als weimarischer Hofmedicus Goethes letzter Hausarzt war. Überzeugt und angetan von dessen Fähigkeiten, ist er für Goethe „einer der genialsten Menschen, die [ihm] je vorgekommen sind“ (zu Eckermann am 24. Januar 1830). An Freund Boisserée schreibt er lobend über ihn am 31. Mai 1830: „Habe einen trefflichen Arzt zur Seite, der die Weinen Abweichungen der Natur wieder einzulenken weiß.“ Auch auf Reisen besuchte der Dichter Spezialisten, deren Rat er einholte: Johann Christian Reil (1759-1813) in Halle, der als Leiter eines Lazaretts in den Freiheitskriegen an Typhus starb, Christian Erhard Kapp (1739-1824) und C. A. Wilhelm Berends (1759-1826) in Karlsbad. Carl Joseph Heidler (1792-1866) beriet Goethe als Badearzt in Marienbad. Die Auswahl der genannten Autoritäten unterschiedlichen Alters belegt, dass Goethe ärztlichen Rat zu allen Zeiten seines Lebens einholte, gerade das persönliche Gespräch mit dem Mediziner schätzte. |
© Goethe-Museum Düsseldorf
Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung
Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, 40211 Düsseldorf, Tel 0211/899 62 62