Um seine Kenntnisse auf eine solide Basis zu stellen, nimmt Zelter von 1784 bis 1786 einmal wöchentlich Kompositionsunterricht bei Carl Friedrich Christian Fasch (1736-1800), dem Hofcembalisten Friedrich des Großen, den er sich, morgens um drei Uhr von Berlin aus nach Potsdam wandernd, hart erkämpft. Mit Fasch ist Zelter eng verbunden, und 1791 tritt er seiner gerade gegründeten und von ihm geleiteten Singakademie bei. Diese geht aus einer kleinen Chorgemeinschaft hervor, in der erstmals Männer und Frauen gemeinsam singen. Kirchenmusik von Karl Heinrich Graun (l703?-1759) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) wird dort gepflegt, und dank seiner schönen Tenorstimme trägt Zelter wesentlich zur Qualität dieses Chores bei. Befreundet mit Georg Hackert (1755-1805), findet er durch ihn Zugang zu den literarischen Salons in Berlin. Hier lernt er die Familie Mendelssohn kennen, Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), Karl Wilhelm Ramler (1725-1798), Daniel Nikolaus Chodowiecki (1725-1801) und weitere Persönlichkeiten des Kulturlebens der preußischen Hauptstadt. Hier erwacht seine Liebe zur Literatur, liest er Goethes „Werther“, und findet durch Gespräche über Konzert- und Opernaufführungen den Nährboden für musikjournalistische Arbeiten. Auch wenn seine ihn viel beanspruchenden Aufgaben in Beruf und Familie täglich fordern und ihm wenig Zeit für die geliebte Musik lassen, entstehen 1786 eine Trauerkantate auf den Tod Friedrichs II., die in der Potsdamer Garnisonskirche aufgeführt wird und allgemeine Beachtung findet, sowie erste Instrumentalstücke. Darunter sind die „VIII Variazioni d‘un Rondo“ für Klavier, die Reichardt in seinem „Musikalischen Kunstmagazin“ 1791 lobend rezensiert. Und Reichardt bringt auch Zelters Aufführungskritiken der Gluckschen Oper „Alceste“ und des musikalischen Dramas „Romeo und Julie“ von Georg Benda in seinen Zeitschriften „Deutschland“ (1796) und „Lyceum der Schönen Künste“ (1797) unter.


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