Kupferstich von Johann Wolfgang Textor (1638 - 1701)
Frontispiz in dessen Werk „Decisiones Electorales Palatinae“, Frankfurt/M. 1693


Neben der erheblichen Fremdsprachenkenntnis, die Sohn und Tochter Cornelia sich erwerben, ist bei Wolfgang auch an juristische Vorbereitung zu denken. So wird der Sohn 1764, um ein Beispiel zu nennen, im Frühjahr angehalten, sich in das Wahlprozedere und den ritualisierten konkreten Ablauf eines Krönungsvorgangs für einen deutsch-römischen König einzuarbeiten, denn dieser Akt steht nach dem Ende des Siebenjährigen Kriegs für den künftigen Joseph II. an. Die zutiefst erfahrene Anschauung transformiert sich in ein dauerhaftes Interesse, das sich in einer detaillierten Schilderung in Dichtung und Wahrheit und, kurz vor seinem Tod, im vierten Akt des zweiten Faust-Teils, bei der Etablierung der Goldenen Bulle spiegeln wird.

Die Leipziger Studienzeit des pubertierenden Hochbegabten müssen wir uns als Krisenzeit vorstellen, in der er sich mit der altfränkisch-derben Art, die sich nur in der Kleidung, nicht im Dialekt ablegen läßt, nur partiell integrieren kann. Verstärkt die Selbstfindungskrise des Heranwachsenden eher sein Verlangen nach poetischer Produktivität, so ist für sie selbst das Studium mitverantwortlich. Schon der vom Vater durchgesetzte, vom Rokoko dominierte Studienort Leipzig, nicht das moderne Göttingen, stößt auf seine Ablehnung, er möchte sich heimlich auf die altphilologischen Fächer stürzen, doch wird von dem Juristen Böhme energisch auf seine Aufgabe verwiesen.


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