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Handexemplar des Neuen Testaments von Friedrich Gottlieb Klopstock. 1753 |
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Ich für meine Person hatte sie lieb und wert: denn fast ihr allein war ich meine sittliche Bildung schuldig, und die Begebenheiten, die Lehren, die Symbole, die Gleichnisse, alles hatte sich tief bei mir eingedrückt und war auf eine oder die andere Weise wirksam gewesen“. Wie paßt, so muß man fragen, die Aneignung der historischen einordnenden Bibelkritik und der Respekt vor den „Heiligen Schriften“ zusammen, welche Konsequenzen zieht Goethe aus einer solchen Doppelperspektive? Müßte er nicht, so scheint eine Gesprächsäußerung zur Farbenlehre gegenüber dem Kanzler von Müller im Februar 1831 nahezulegen, sich ganz abwenden, sogar auf das geliebte kraftvolle Luther-Deutsch verzichten: „Die größten Wahrheiten widersprechen oft geradezu den Sinnen, ja fast immer. Die Bewegung der Erde um die Sonne - was kann dem Augenschein nach absurder sein? Und doch ist es die größte, erhabendste, folgereichste Entdeckung, die jeder Mensch gemacht hat, in meinen Augen wichtiger als die ganze Bibel“. Die pointierte Entgegensetzung „der freien Gefilde des Gedankens“ weist der „kümmerlichen Anschauung“ nach der Entdeckung des Kopernicus, die sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts durch Newton durchgesetzt hat, nur noch einen sekundären Rang zu. Metaphysisch entsteht die Frage nach der Stellung des Menschen in einem unendlichen, möglicherweise bewohnten Kosmos, schließlich auch in Deutschland die Frage nach der Existenz Gottes selbst.
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