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Ph. Ch. Kayser, Physiognomische Studien, Radierung nach einer Vorlage von J. R. Schellenberg |
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In die Schweiz gekommen war der gebürtige Frankfurter in Mai 1775, nachdem er im Jahr zuvor in seiner Heimatstadt vermittelt durch Goethe, den Zürcher Theologen Johann Caspar Lavater kennen gelernt hatte. Lavater, einer der begabtesten Schüler Bodmers und Breitingers, erregte zu dieser Zeit mit seinem anfänglich auch von Goethe unterstützten, als wissenschaftlich postulierten und theologisch begründeten Vorhaben, aus der Physiognomie eines Menschen weit reichende Schlüsse auf dessen Charakterdispositionen ziehen zu können großes Aufsehen. Das Verfahren, aus Portraitvorlagen aller Art besonders aber den ‚Finsterlingen’, den Silhouetten also, den Menschen selbst zu erklären und so sein ,wahres’ Gesicht zu schauen, faszinierte die Zeitgenossen über die Maßen. Kaysers Gesichtszüge galten den Freunden als diejenigen eines großen musikalischen Talents. Sein Profil, gestochen von Johann Rudolf Schellenberg, fand daher - neben Darstellungen Nic colò Jomellis und Carl Philipp Emanuel Bachs - als drittes Musikerbildnis Aufnahme in den 1777 erschienenen „Dritten Versuch“ von Lavaters Physiognomische[n] Fragmente[n]. Als Sohn des Organisten an der Frankfurter Katharinenkirche wohl für eine musikalische Laufbahn bestimmt, ist Kayser dementsprechend gefördert worden, insbesondere von Georg Andreas Sorge (1703-1778) in Lobenstein, einem bekannten Komponisten und Kirchenmusiker. Dessen zahlreiche musiktheorische Schriften sowie thematisch breit gefächerte Studien dürften zudem Kaysers lebenslanges Interesse an wissenschaftlichen Fragen aller Art geweckt haben.
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