Der Komponist und Goethefreund
Philipp Christoph Kayser
1755-1823

Ph. Ch. Kayser, Jugendbildnis, Radierung, ZB Zürich


Von der Nachwelt als „Goethe-Freund“, im konkreten Fall bisweilen gar als der „Goethe-Kayser“ tituliert zu werden, erscheint vordergründig betrachtet als eine eher zweifelhafte Ehre: im Licht des Interesses an der großen Persönlichkeit zu stehen einerseits, aus deren Schatten nicht heraustreten zu können andererseits. Diese problematische, aber eben vorherrschende Perspektive läßt sich hingegen durchaus sinnvoll relativieren, sofern nämlich auch andere für Kaysers Lebensgang bedeutsame Aspekte ergänzend berücksichtigt werden. Als mindestens ebenso prägend haben sich aus heutiger Sicht auch andere Freundschaften erwiesen, etwa die lebenslange, in den Frankfurter Jugendtagen geknüpfte und manche Höhen und Tiefen durchlaufende zu Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831) oder die mit Heinrich Leopold Wagner (1747-1779) und Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792). In Zürich dann wurde ihm neben Johann Caspar Lavater (1741-1801) insbesondere auch dessen Bruder Diethelm (1743-1826) zum väterlichen Vorbild. Anläßlich der 250. Wiederkehr seines Geburtstags wurde Philipp Christoph Kayser daher in einer Ausstellung der Zentralbibliothek Zürich nicht nur als der Jugendfreund Goethes und dessen späterer Singspiel-Komponist präsentiert, sondern zugleich auch als der in seiner Schweizer Wahlheimat hoch geachtete Freimaurer und Musiker. Diese Ausstellung ist jetzt im Düsseldorfer Goethe-Museum zu sehen.


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