Das Goethe-Museum stellt aus besonderem Anlaß Persönlichkeiten des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach aus fünf Generationen vor. Unschwer läßt sich die Brücke von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart schlagen: Ein Nachfahre, Jörg Brena, vormals Prinz Georgvon Sachsen-Weimar-Eisenach, wurde 1921 auf Schloß Heinrichau in Schlesien geboren. Schloß Heinrichau gelangte über Großherzogin Sophie in den Familienbesitz. Der Vater war Großherzog Wilhelm Ernst (10. Juni 1876 - 24. April 1923), die Mutter war Prinzessin Feodora von Sachsen-Meiningen (29. Mai 1890 - 12. März 1972). Großherzog Wilhelm Ernst, mit Großherzogin Feodora in zweiter Ehe seit 1910 verheiratet, wurde Vater von einer Tochter und drei Söhnen. Noch vor seinem frühen Tod erlebte der letzte Großherzog 1918 den Untergang der Monarchie. Aus dem Familienbesitz dieses direkten Nachfahren zeigt das Goethe-Museum erstmals zahlreiche kostbar-kunstvolle Gegenstände, deren Herkunft weit in die verzweigte Geschichte des Herzogtums zurückreicht. Das Goethe-Museum wird die Kunst- und Gebrauchsgegenstände von hohem historischem Wert als Dauerleihgabe in die Sammlung Kippenberg aufnehmen. Es handelt sich zu einem großen Teil um farbige Porträtminiaturen verschiedener Technik, die sowohl gerahmt als auch in geschliffenes Glas gefaßt sind. Zu den wertvollen Gegenständen zählen eine goldene Damentaschenuhr von Erbgroßherzogin Pauline, eine Taschenuhr von Großherzog Carl Alexander, die aufgeklappt im Deckel das Bild seiner Schwester Auguste vorstellt und weitere erlesene Dinge aus persönlichem Besitz wie Orden, diverse Schreibutensilien, Schmuck und ein filigraner Fächer. Eine dritte Gruppe der Kostbarkeiten bilden Einzelstücke historischen Tafelsilbers, die einen Eindruck geben mögen vom "Silbernen Zeitalter" Weimars.

Damit die Zugehörigkeit vieler Gegenstände zu ihren ehemaligen Besitzern deutlich wird, bietet die Ausstellung zusätzlich aus eigenem Bestand in Generationenfolge angeordnete Autographen und Erstausgaben, Privatdrucke zu verschiedenen Anlässen, Noten, Münzen und eigenhändige Zeichnungen an, die gleich Kurzporträts die Herrscherfamilien mit ihren Kindern seit der Mitte des 18. Jahrhunderts ergänzend vorstellen. Um der Klarheit der kontinuierlichen Entwicklung der Linie Sachsen-Weimar-Eisenachs willen wird auf eine erweiterte genealogische Betrachtung der Verbindungen zu Preußen, zur russischen Zarenfamilie und zum Haus Oranien verzichtet.

Die Verbundenheit der Familien für die ausgewählte Dauer von mehr als 150 Jahren, die durch Erbfolge und taktierend abgewogene Heiratspolitik über Europa verteilt waren, tritt ebenso deutlich hervor wie die Bedeutung des dauerhaften Zusammenhalts der Herrscherpaare. Der ungebrochene Dialog mit dem Volk während Friedens- und Kriegszeiten erwies sich als ebenso wichtig wie die Ausübung uneigennütziger sozialer und mäzenatischer Tätigkeit.


© Goethe-Museum Düsseldorf
Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung
Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, 40211 Düsseldorf, Tel 0211/899 62 62